Ab wann sind Fenster zu alt?

Über Fenster geht viel Wärme verloren. Besonders alte Fenster geben die Wärme der Heizung fast ungefiltert an die Umgebung ab – sie spielen also eine wichtige Rolle bei der Energieeffizienz und letztlich den Heizkosten. Doch wie erkennt man ein altes oder „schlechtes“ Fenster?

Fenster werden oft nur bei Mängeln ausgetauscht. Da diese selten sind, werden Fenster im Schnitt ca. 48 Jahre lang genutzt. Einen ersten Anhaltspunkt bietet oft das Baujahr des Gebäudes. Viele Fenster haben ein Typenschild, auf dem Typbezeichnung und Baujahr vermerkt sind. Gibt es das nicht, muss man schätzen, etwa anhand der Verglasung. Bis ca. 1978 wurden einfach verglaste Fenster verbaut. Bis ca. 1995 wurde mit unbeschichtetem Isolierglas gearbeitet, also zwei miteinander verbundenen Glasscheiben pro Fenster. Bis ca. 2008 wurde die doppelte Verglasung zusätzlich beschichtet. Ab 2000 wurden auch dreifache Verglasungen eingebaut. Stichtag ist in der Regel das Jahr 1995, denn seit diesem Jahr gilt die Wärmeschutzverordnung. Davor eingebaute Fenster bieten kaum Wärmedämmung und sollten getauscht werden.

Um zu erkennen, ob die eigenen Fenster beschichtet sind, kann man etwa ein Feuerzeug an die Scheibe halten – wird die Flamme in verschiedenen Farben reflektiert, ist die Scheibe beschichtet. Sind zwei Doppelflammen in der Spiegelung zu sehen, handelt es sich um eine Doppelverglasung.

Auch wenn ein Fenster noch gut aussieht, kann man kaum garantieren, dass es die heutigen Anforderungen an Wärmedämmung erfüllt. Alte Fenster lassen unkontrolliert Luft durch – sei es durch die Profile oder das Glas. Testen lässt sich das mit einer Wärmebildkamera. Sogenannte thermografische Aufnahmen bieten einige Unternehmen in den Wintermonaten an. Bei der Thermografie entstehen bunte Bilder, die die komplette Dämmung des Hauses – nicht nur die Fenster – auf ihre Qualität überprüfen.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist Innenkondensat. Bilden sich Wassertropfen am Fenster, kann das auf altes Material hinweisen. Kurzfristig ist das kein Problem – langfristig begünstigt es aber Schimmelbildung. Gerade feuchte Fensterrahmen aus Holz sind hier anfällig, betroffen sind häufig einfachverglaste Fenster im Altbau.

Ein Fenstertausch führt zu weniger Energiekosten, einer moderneren Wohnung und höherer Wohnqualität. Neue Fenster dämmen gegen Wärmeverlust und Schall, bieten höheren Einbruchschutz und lassen sich teilweise sogar ins Smart Home einbinden, um automatisch zu lüften.