Energiesparpotenzial in der Küche nutzen

Die Küche ist der Energie-Hotspot im Haus, kaum ein Raum kommt an den Verbrauch der Elektro-Großgeräte in der Küche heran. Allen voran natürlich Backofen und Kühlschrank, aber auch Herd und andere Geräte verbrauchen – falsch benutzt – viel Energie. Hier ein paar Tipps, wie Sie das Sparpotenzial in der Küche nutzen können.

Kühlschrank und Tiefkühltruhe sollten natürlich nicht an einem warmen Platz stehen, etwa am Herd oder am Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung, da sie sonst mehr Energie verbrauchen. Sieben Grad plus sollte der Kühlschrank im Inneren haben, minus 18 Grad der Gefrierschrank. Dafür reichen bei modernen Geräten meistens schon die Regelstufen 1 und 2. Jedes Grad weniger bedeutet etwa sechs Prozent mehr Stromverbrauch. Dabei kann man sich Synergieeffekte zunutze machen.

Beispiel: Ist das eingefrorene Hackfleisch morgen auf dem Speiseplan? Über Nacht im Kühlschrank gelagert ist es am Folgetag schonend aufgetaut und die Kälte, die es währenddessen abgibt, sorgt auch noch dafür, dass der Kühlschrank weniger kühlen muss. Im Umkehrschluss gilt natürlich auch: Warme Speisereste sollten abkühlen, bevor sie den Weg in den Kühlschrank finden.

Am Herd gilt als oberstes Gebot, den Topf immer passend zur Größe der Platte zu wählen, da sonst Wärme unnötig an die Luft abgegeben wird. Ein Deckel auf dem Topf kann den Energieverbrauch sogar vierteln. 50 Prozent Einsparung ist teilweise möglich, wenn man Gerichte mit langen Garzeiten, etwa Eintopf oder Schmorbraten, in den Schnellkochtopf verlegt. Am sparsamsten sind Induktionsherde, bei Gebäuden mit Gasanschluss kann sich auch ein Wechsel auf einen Gasherd anbieten.

Den Backofen vorzuheizen ist nur in wenigen Fällen wirklich sinnvoll, etwa bei Biskuitteig. Alles andere kann man einfach mit dem Ofen zusammen erwärmen. Bei Gerichten, die mehr als 40 Minuten garen müssen, kann man den Ofen getrost zehn Minuten vor dem Ende ausschalten – die Hitze hält sich trotzdem bis zum Ablauf der Zeit. Übrigens: Umluft-Technik kann gegenüber der klassischen Ober- und Unterhitze bis zu 40 Prozent Strom sparen.

Natürlich hilft es zusätzlich, das Energielabel zu beachten. Je nach Gerät kann der Stromverbrauch zwischen den Klassen A und A+ um 30 Prozent variieren. Ein höherer Kaufpreis für eine höhere Effizienzklasse lohnt sich in der Regel schon nach relativ kurzer Zeit.

Die günstigste Variante für den Kaffee sind mit etwa 0,01 kWh pro Tasse Filtermaschine und Kapsel-/Padmaschine. Etwas schlechter schneidet der Wasserkocher für Instant-Kaffee ab (0,035 kWh/Tasse). Der größte Stromfresser ist der Espressokocher für den Herd mit 0,065 kWh pro Tasse.

Ganz generell gilt aber für den Wasserkocher: Wer einen Liter Wasser pro Tag erhitzt, spart mit einem Wasserkocher etwa elf Euro im Jahr. Dazu kann man natürlich auch das Wasser für Nudeln, Reis und Kartoffeln einrechnen: Erst aufkochen und dann auf den Herd stellen spart jede Menge Energie – und Geld.