Umweltfreundliches Grillen

Gas, Kohle oder Elektro

Mehr als einmal im Monat gibt es im deutschen Durchschnittshaushalt Leckeres vom Grill: 13-mal pro Jahr. Auch bei einem der liebsten deutschen Hobbys stellt sich die Frage: Wie gut ist das eigentlich für Klima und Umwelt? Mit einigen Änderungen kann jeder einzelne seinen Beitrag leisten.

Überraschenderweise ist es nicht damit getan, von Holzkohle auf Elektro- oder Gasgrills umzustellen. Laut TÜV Rheinland entfallen fast 95 Prozent des produzierten CO2 nicht etwa auf den Brennstoff, sondern auf das Grillgut. Etwa 90 Kilogramm CO2 verursacht das Grillen mit Fleisch im Jahr, wenn man von einer durchschnittlichen vierköpfigen Familie ausgeht. Wer vegetarisch grillt – etwa nur Gemüse und Käse –, spart fast die Hälfte (50 kg CO2). Vegane Grillabende, nur mit Gemüse, reduzieren die Emission auf ca. 16 Kilo.

Der Brennstoff

Natürlich ist auch die Wahl des Brennstoffs wichtig für die CO2-Bilanz. Für Holzkohle gilt zum Beispiel: Das FSC (Forest Stewardship Council)-Siegel bescheinigt dem Inhalt, dass er nicht aus Tropenwäldern, sondern aus nachhaltiger Waldwirtschaft kommt. Der Bio-Verband Naturland verteilt ein noch strengeres Siegel, manche Anbieter verkaufen ausschließlich deutsche Holzkohle. So fallen einige Emissionen weg, da der lange Transportweg entfällt.

Nachhaltiger als Holzkohle sind natürliche Abfallprodukte: Maisspindeln, also bei der Ernte aussortierte Maiskolben, können ebenso zum Grillen benutzt werden wie Abfälle aus der Olivenölproduktion, die zu holzfreien Grillbriketts werden. So fallen etwa 30 Prozent weniger Kohlenmonoxid an.

Anzünden sollte man die Briketts etwa mit Wellpappe in Pyramidenform, FSC-zertifizierten Holzfasern oder pflanzlichen Grillanzündern. Chemische Grillanzünder oder Spiritus schaden der Umwelt.

Das Zubehör

Wer Sorge hat, dass Grillgut durch den Rost ins Feuer fällt, kann anstelle von Alufolie oder -schalen auch Pflanzenblätter zum Schutz benutzen. So werden nicht nur schädliche Aluminiumgifte vermieden, es fällt auch weniger Müll auf dem Grillplatz an. Dasselbe gilt für sämtliche andere Utensilien: Mehrwegbesteck, -teller und -flaschen landen zwar auch irgendwann im Müll, erfüllen ihren Zweck aber immerhin deutlich öfter als Einweggeschirr.

Und auch wenn das Fleisch der größte Umweltsünder beim Grillen ist, lässt sich durch die Wahl des Grills der Umwelt helfen. Solargrill, Gasgrill, Elektrogrill: Die drei Alternativen verursachen nicht nur weniger CO2 durch Holzgewinnung und -verbrennung, sondern enthalten auch sonst weniger Stoffe, die dem menschlichen Körper schaden können.