Was ist eigentlich Sommerfrost?

Mit Eis hat der Sommerfrost nichts zu tun. Der Name kommt von den vergleichbaren Auswirkungen auf den Boden – auch wenn Frost und Sommerfrost strenggenommen genau das Gegenteil bewirken. Heiße, trockene Sommer und die anhaltende Dürre begünstigen das Phänomen des trockenen Bodens zunehmend. Dann verhält sich der Erdboden ziemlich genau wie im strengen Winter.

Gerade lehmiger Boden wird hart und härter, wenn er austrocknet. Dabei verringert er sein Volumen, was zu Rissen oder Hohlräumen im Boden führt – der Boden schrumpft. Das führt automatisch zu Entlastung an einigen Stellen, aber auch zu Spannungen. Auf und unter Straßen bedeutet dies, dass leichte Erschütterungen so viel Druck auslösen, dass Rohrleitungen brechen können. In extremen Fällen reichen dann schon auf der Straße fahrende Autos, LKW oder Busse. Das konnte man in den letzten Jahren nicht nur in Ostwestfalen beobachten.

Auch beim winterlichen Frost können diese Folgen auftreten; der vorausgegangene Einfluss auf den Boden ist aber das komplette Gegenteil: Wenn das Wasser im Boden gefriert, dehnt er sich nämlich aus. Da er dafür aber an bestimmten Stellen keinen Platz hat, drückt er unter Straßen auf Rohrleitungen und kann auch so zum Bruch führen. Beide Phänomene können so auch andere Schäden an Bauwerken und Pflanzen auslösen.

Die starken und kurzen Regenereignisse dieses Frühjahrs helfen dagegen nicht, weder den Pflanzen, noch dem Grundwasser. Gerade Bauern wünschen sich lieber klassischen Sommerregen: so lang und so seicht wie möglich. Das kann der Ackerboden langsam aufnehmen und gut speichern, um es bei der folgenden Hitze wieder an die Pflanzen abgeben zu können.