Wasseraufbereitung im Klassenzimmer

Umweltunterricht der Mindener Stadtwerke in der Hohenstaufenschule

Kinder lösten die Frage: Wie kommt das Wasser in den Hahn?

Minden. Die Kinder der 3. Klasse in der Hohenstaufenschule haben vor wenigen Tagen auf spielerische Art und Weise erfahren können, wie das heimische Trinkwasser in den Wasserhahn kommt. Die Unterrichtsstunde war ein Teil des Lernprojektes der Mindener Stadtwerke und der Mindener Wasser GmbH, das in diesem Schuljahr in Mindener Grundschulen durchgeführt wird.

„Für uns ist es selbstverständlich, dass immer Wasser aus dem Hahn fließt, wenn wir ihn öffnen. Doch wir möchten mit dem Lernprojekt bereits den Kindergartenkindern zeigen, dass diese Selbstverständlichkeit nicht überall auf der Welt gilt und wie wertvoll unser Trinkwasser ist“, sagt Matthias Partetzke, Geschäftsführer der Mindener Stadtwerke, der den Unterricht persönlich begleitete. Bislang sieben Grundschulen in Minden haben das Angebot angenommen und die Stadtwerke für den Umweltunterricht zu sich eingeladen. Mit weiteren Einladungen von anderen Grundschulen im Stadtgebiet wird noch gerechnet.

In der Hohenstaufenschule vermittelte Anke Schurtzmann von der Deutschen Umwelt-Aktion (DUA), dem Kooperationspartner der Stadtwerke, den insgesamt 25 Kindern auf kindgerechte Weise grundlegende Dinge zum Thema Trinkwasser. Zusammen ging man der Frage nach, wie das Wasser tatsächlich in den Wasserhahn kommt und was nach dem Gebrauch damit passiert. Und was jeder Einzelne dazu beitragen kann, es nicht zu stark zu verunreinigen. Zusätzlich erhielten die Kinder ein Arbeitsheft zum Rätseln, Lernen und Forschen.

Das Mindener Trinkwasser fällt als Regen vom Himmel hinab und sammelt sich anschließend im Erdreich. Von dort wird es von der mit Hilfe von bis zu 85 Meter tiefen Brunnen wieder an die Oberfläche gepumpt sowie mit hochmoderner Technik in einem der Wasserwerke gefiltert und zum Trinken aufbereitet. Bis zu 4,5 Milliarden Liter Trinkwasser transportieren die Mindener Stadtwerke gemeinsam mit der Schwesterfirma Mindener Wasser GmbH jedes Jahr auf diese Weise durch das 725 Kilometer lange Leitungsnetz bis in jeden Wasserhahn. Doch was passiert mit dem Wasser, wenn es verschmutzt ist? Die Antwort konnten die kleinen Forscher selbst herausfinden – und zwar, indem sie zusammen mit Anke Schurtzmann, selbst eine kleine Filteranlage bastelten. Dafür benötigten die Mädchen und Jungen nur eine PET-Flasche sowie ein wenig Sand und Watte. „Die Filteranlagen in unserem Wasserwerk funktionieren nach einem ganz ähnlichen Prinzip. Sie sind nur um ein Vielfaches größer“, sagt Matthias Partetzke. Indem die Kinder eingefärbtes Trinkwasser durch ihre kleinen Filteranlagen gossen, bekamen sie einen guten Eindruck davon, wie die Säuberung in der Praxis funktioniert.

Allein in diesem Jahr werden rund 180 Kinder erfahren, wo ihr Wasser herkommt. Und so wie es aussieht, werden dies auch im nächsten Jahr wieder viele Mädchen und Jungen lernen dürfen. „Wir haben viele positive Rückmeldungen von den Kindern und den Lehrerinnen erhalten“, sagt Matthias Partetzke.