Turbulenzen an Energiemärkten

Auch lokale Versorger müssen Preise anpassen

 

Mindener Stadtwerke schreiben Kunden an

 

Minden. Die Auswirkungen der Energiemarktkrise bekommen nun auch lokale Versorger zu spüren: Die anhaltend hohen Beschaffungspreise für Strom und Erdgas zwingen nun auch die Mindener Stadtwerke zur Anpassung der Tarife für Bestandskunden zum 1. Juni 2022. In den nächsten Tagen erhalten die Kunden entsprechende Anschreiben. Der Gaspreis für Bestandskunden wird um 3,5 Cent netto pro Kilowattstunde erhöht. Hinsichtlich der jährlichen Gaskosten zahlen Haushalte mit einem Durchschnittsverbrauch von 18.000 kWh pro Jahr ca. 750 € mehr. Der Strompreis für Bestandskunden wird um 3,6 Cent netto pro Kilowattstunde erhöht. Da ab Juli jedoch die gesetzliche EEG-Umlage entfällt (3,723 ct/kWh), macht sich diese Anpassung bei den Jahresstromkosten nicht bemerkbar.

Seit Herbst 2021 sind die Beschaffungspreise für elektrische Energie und Erdgas kontinuierlich gestiegen. Bereits zum Ende des Jahres mussten einige Versorger ihre Lieferverträge kündigen, da eine Versorgung zu den geltenden Tarifen nicht mehr möglich war. Dies betraf insbesondere so genannte Discountanbieter, die die benötigen Energiemengen über risikoreiche Kurzfristgeschäfte beschafften.

„Die Großhandelspreise für Strom und Erdgas haben sich in diesem Jahr fortlaufend nach oben entwickelt. Insbesondere der Ukrainekrieg und die Abhängigkeit von russischem Gas schlagen sich auf die Entwicklung nieder. Ein Ende ist derzeit nicht abzusehen“, erklärt Christoph Meyer, Geschäftsführer der Mindener Stadtwerke.

Eine solche Situation habe es in der Vergangenheit noch nicht gegeben, erklärt Meyer weiter. „Wir werden alles daransetzen, die Versorgung unserer Kunden zu gewährleisten und weiterhin Strom- und Gastarife zu fairen und transparenten Konditionen anzubieten“, führt Meyer aus.

Kunden der Mindener Stadtwerke werden in den nächsten Tagen per Post über die Preisänderung informiert. Die monatlichen Abschläge werden automatisch angepasst und der Verbrauch rechnerisch abgegrenzt. Eine separate Zählerstandsübermittlung ist nicht erforderlich. Für Rückfragen stehen die Mindener Stadtwerke gerne unter den bekannten Kontaktdaten zur Verfügung.